seite 7 bis 10, Teil I.

hm, ich habe mit dem projekt begonnen und muss sagen, dass mir der fortlauf noch nicht so sehr behagt. ich lese schnell – und zwar sehr schnell, so dass ich nach den ersten seiten das gefühl hatte, mich selbst zu bremsen, indem ich bestimmte auffälligkeiten oder begriffe notiere. ich empfinde das nicht nur als extrem irritierend, sondern auch als nervig. (vermutlich werde ich daher zukünftig nicht mehr parallel lesen und recherchieren, sondern erst lesen und ein paar tage später recherche betreiben – hat auch den vorteil, dass ich nicht vom hundertsten ins tausendste komme.) aber nun, los geht’s:

der herr konsul und die frau konsulin –  mir schwebte im kopf herum, dass dies eine bezeichnung für deutsche staatsbürger sei, die im ausland im diplomatischen dienst tätig sind. die wikipedia bestätigt dies auch insofern, dass sog. berufskonsuln mitarbeiter des auswärtigen dienstes sind, die konsulate leiten oder in konsularischer mission tätig sind. ich wage jetzt aber zu behaupten, dass die stadt lübeck (wo der roman angesiedelt ist) trotz ihres hanse-status zur damaligen zeit kein ausland war. (ich hoffe, ich erzähle, was das betrifft nun keinen blödsinn – vielleicht sollte ich das auch gleich mal googeln…)

jedenfalls führt mich dieser gedankengang zum begriff des ‚honorarkonsul‘. hier heißt es:

Ein Honorar- oder Wahlkonsul ist ein ehrenamtlicher Konsul (lat. honor ‚Ehre‘). Die ebenfalls noch gebräuchliche Bezeichnung Handelskonsul rührt daher, dass ursprünglich vor allem Kaufleute zu ehrenamtlichen Konsuln ernannt wurden, da ihre Tätigkeit vornehmlich der Erleichterung von Handelsbeziehungen diente.

(wieder wikipedia) da buddenbrook als kaufmann tätig ist, scheint mir ist dies die passendere definition.

in einem fachforum für historiker_innen der humboldt-universität berlin bin ich außerdem auf folgende informationen gestoßen:

Das moderne Konsularwesen entstand am Ende des Mittelalters an den nördlichen Ufern des Mittelmeers. Zwischen 1650 und 1800 bauten dann alle größeren europäischen Staaten Konsularnetze auf. Ihre größte Ausbreitung erreichten diese schließlich im 19. Jahrhundert. Das ständige Wachstum der Handelsvolumen, die Ausbreitung der Kolonialreiche, die Explosion der Migrationsströme, aber auch die steigende Zahl unabhängiger Staaten, u.a. in Lateinamerika, schlugen sich nun in einer immer größer werdenden Menge von Konsularvertretungen nieder. So stieg beispielsweise die Anzahl der preußischen Konsulate von rd. 30 am Ende des 18. Jahrhunderts auf mehr als 500 im Jahr 1868.
Waren Konsulate bislang Sache der Seemächte gewesen, so legten sich jetzt selbst Staaten ohne Zugang zum Meere, wie etwa die Schweiz, Württemberg oder Bayern, konsularische Vertretungen zu. Der Konsul, dem sowohl die Wahrnehmung handelspolitischer – zuweilen aber auch politischer – Interessen, als auch die Unterstützung und Kontrolle durchreisender oder bleibend angesiedelter Landsleute oblag, wurde dabei immer mehr zum Instrument der westlichen Expansion in der Welt.

in diesem sinne gehe ich einfach mal davon aus, dass nicht nur die einzelnen deutschen staaten ihre konsuln in den entsprechenden seehäfen hatten, sondern auch die hanse-städte bei den jeweils anderen mitgliedern der gemeinschaft. schmankerl, das ich beim nachlesen über die hanse fand: der begriff ‚verhansung‘ bezeichnetden förmlichen ausschluss aus der hanse-gemeinschaft bei gravierenden verstößen gegen die prinzipien und interessen der städteversammlung. schönes wort.

an dieser stelle mag es für das erste mal genügen, gelesen habe ich von seite 7 bis 10 und notiert habe ich mir auf einer din-a5-seite ungefähr 10 stichpunkte, u.a. auch zu der beschreibung der kleidung der familie buddenbrook oder zu lokalen orten in lübeck. ich werde jedenfalls mehr zeit brauchen als ursprünglich gedacht.

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