sklavenfreie schokolade?

ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, außer, dass man am liebsten heulen würde, was aber natürlich niemandem weiterhelfen würde.

gefunden bei isabo, beschäftigt mich dieses thema seither immer wieder. nennt mich naiv oder wasauchimmer, aber ich ging nicht nicht davon aus, dass kindersklaven für die ernte der kakaobohnen, die für ‚meine‘ schokolade verwendet werden, ausgenutzt werden.

der erste teil der doku von miki mistrati ist wurde auf dem ndr im jar 2012 ausgestrahlt und ist hier in sehr guter qualität zu finden. der zweite teil wurde im januar diesen jahres auf ndr ausgestrahlt und ist ebenfalls in sehr guter qualität in der mediathek zu finden.

es geht in den beiden dokumentationen um die bedingungen, wie die kakaobohnen geerntet werden, die von namhaften herstellern* gekauft werden. mistrati deckt dabei auf, dass minderjährige im alter zwischen 11 und 14 jahren auf den kakaoplantagen arbeiten. sie arbeiten mit scharfen macheten, leben weit von zu hause entfernt und gehören (!) den plantagenbetreibern. es handelt sich hier um klassische kindersklaverei.

mistrati zeigt außerdem auf, dass die nach der ersten dokumentation erfolgten ‚greenwashing‘-kampagnen der firmen unter einer gemeinsamen initiative, der international cocoa initiative, bislang nur oberflächliche schönfärberei waren. versprochene schulgebäude, die im rahmen dieser kampagnen gebaut werden sollten, wurden entweder nur teilweise oder gar nicht erreicht. wieder traf mistrati auf den nun angeblich kinderfreien plantagen miderjährige an, die nicht einmal der örtlichen sprache mächtig waren.

wer jetzt denkt, man könne doch einfach bio- oder fair-trade-schokolade kaufen, muss trotzdem gewahr sein, übers ohr gehauen zu werden: auch auf plantagen, die das rainforest alliance-siegel hatten (mit dem scheinbar auch auf den fertigen produkten geworben werden darf), arbeiteten kinder.

es gibt allerdings auch positive nachrichten: in der aktuellen ausgabe der brand eins (02/2013, schwerpunkt ‚marken und glaubwürdigkeit‘, text ‚die symbiose‘ von volker rekittke), gibt es einen bericht über ritter sport, die in nicaraqua selbstständige kleinbauern unterstützen. vorteil ritter: zukünftige unabhängigkeit vom weltmarkt, vorteil kleinbauern: gerechtere bezahlung. leider macht dies bislang nur einen äußerst geringen prozentteil dessen aus, was ritter auf dem weltmarkt einkauft. aber immerhin ein anfang. (leider ist dieser artikel bislang nicht online.)

dass solche dokumentationen und berichte wichtig und nützlich und wirksam sind, wurde mir bewusst als mir meine kommilitonin im seminar letzte woche schokolade anbot. mein erster blick ging (zum ersten mal überhaupt) auf den hersteller, ihre frage auf mein zögern hin, beantwortete ich ehrlich und sie, die bereits 3 kinder hat, war zuerst einmal geschockt. wie mir, war ihr nicht bewusst, wo und unter welchen bedingungen die schokolade zu uns gelangt.

* die hersteller-konzerne sind auf der seite der international cocoa initiative zu finden. dazu gehören u.a.:
ferrero – kinderschokolade (welch ironie!), rocher, mon cheri, küsschen, giotto, die gesamte kinder-palette,…
nestlé – smarties, yes-törtchen, rolo, nuts, schöller-eis, lion, nesquik, nespresso (wie sieht das eigentlich auf den kaffee-plantagen aus?), kitkat, choco crossies, after eight,…

kraft foods – oreo, toblerone, milka,…

…um hier nur die in deutschland bekanntesten aufzuzählen. ich gehe mir jetzt den mund waschen. mir ist schlecht.

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