über das fasten, bauchschmerzen und notwendigkeiten.

auf twitter wird derzeit viel darüber geschrieben, wer was wann wie viel und wie lange fastet. da ist von kaffee und fleisch sowie süßigkeiten die rede (die klassiker halt), aber auch grundsätzlich von coffein und zucker (für die fortgeschrittenen) sowie bei hartgesottenen von jeglicher nahrung. ich schrieb daraufhin als zuerst nicht ganz ernst gemeinte replik, dass ich dieses jahr den verzicht faste.

genau, lassen sie es sich einmal durch den kopf gehen: ich faste verzicht. das bedeutet schlichtweg, dass ich auf nichts verzichten will. ich habe keine lust mich diesem wahnsinn anzuschließen, der doch nur wieder im wer-fastet-mehr-länger-und-härter-als-alle-anderen-zusammen-schwanzvergleich daherkommt. es geht hier wie so oft in den social media um profilierung.

ich möchte allerdings auch deswegen nicht fasten, weil ich das gefühl habe, derzeit zwangsweise, also aufgrund der umstände, auf viel verzichten zu müssen.

da ist zum ersten der gesundheitliche aspekt: seit dem 4. advent, den ich in zahnärztlicher notbehandlung verbracht habe, habe ich in jeder woche des neuen jahres durchschnittlich drei stunden pro woche im zahnarztstuhl verbracht und gelitten. der eine zahn und die darauffolgende anamnese haben mich nervlich derart destabilisiert, dass ich noch min. ein 3/4 jahr was von dieser und den noch ausstehenden behandlungen haben werde.
zum zweiten gibt es da den beruflichen aspekt: ich sitze seit meinem studienabschluss fest. auf einer teilzeitstelle, die mich nicht ausfüllt und nicht genug zum leben einbringt. seit ich jetzt über kontakte im januar einen zweitjob angenommen habe, wache ich morgens grundsätzlich mit bauchschmerzen auf. er bringt mir geld, ist aber so weit von meiner studienrichtung und dem, was ich gerne machen würde, entfernt, dass ich das gefühl eines rückschrittes und das des verrats an mir selbst nicht abschütteln kann.
der dritte aspekt ist der emotionale: aufgrund der ersten beiden genannten aspekte bin ich derzeit in einem ständigen auf-und-ab von gefühlen. ich fühle mich zerbrechlich und innerlich wund. mein humor kommt mir abhanden, ich lache viel zu selten und meine geduld ist schneller am ende als mir und meiner umwelt lieb ist. und trotzdem muss ich weitermachen, weil – hilft ja alles nix. es sind eben notwendigkeiten.

es bleibt also derzeit das gefühl an mir hängen, dass ich gezwungenermaßen auf lebensqualität verzichte. nicht weil ich will, sondern weil ich sie aufgrund meiner derzeitigen probleme einbüße. würde ich fasten, würde ich mich selbst und das bisschen uneingeschränkte lebensqualität, das ich derzeit noch habe, weiter beschneiden und einschränken. und dazu fehlt mir momentan echt die kraft.

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