hoffnungsschimmer.

ich habe soeben eine kündigung geschrieben, meine entscheidung dem empfänger persönlich mitgeteilt und das geschriebene werk zugestellt. innerhalb von fünf minuten.

hätte ich gewusst, welche erleichterung mir das beschert, hätte ich das schon früher getan. im hintergrund zwitschern schon die feinen stimmchen, dass es jetzt mit dem geld richtig eng wird, dass ich mir nichts mehr leisten kann und dass ich jetzt wieder stärker von meinem partner abhängig bin. gut, dann soll es eben so. mit der situation und diesen stimmchen kann ich gut leben. mit einem job, in dem ich das gefühl habe, jemand sein zu müssen, der ich nicht bin, kann ich nicht leben. auch nicht mit wochenlangen bauch- und nackenschmerzen, weil ich versuche, etwas zu machen, was ich rein intellektuell und fachlich zwar kann, aber nicht möchte. nur um des geldes willen, ist es ein verdammt beschissener deal.

und ich hatte noch glück – die chefin hat mich super eingearbeitet, viel verständnis gezeigt und mir dabei noch viel beigebracht, fachlich und menschlich. sie ist mir in der kurzen zeit eine freundin geworden, die ich ungern enttäusche. die freundschaft werden wir ausbauen, die zusammenarbeit nicht. ich gehe also mit einer positiven bilanz aus der sache raus.

mir wird aber angst und bange, wenn ich mir vergegenwärtige, dass nicht alle arbeitnehmerinnen mit einem blauen auge davon kommen. die in einem ungeliebten job verharren müssen, weil die umstände es zwingend erforderlich machen. die aus angst, nichts neues zu finden, nicht kündigen. die keine alternativen haben. und ich frage mich, was mit ihrer psyche und ihrer seele geschieht und hoffe, dass diese stark sind und von kleinen gesten, liebevollen familien und fürsorglichen freunden aufgefangen werden.

 

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