position beziehen.

heute morgen twitterte ich schnell und unbedacht:

danach radelte ich zur arbeit und währenddessen überlegte ich, ob ich mich zu weit aus dem fenster gelehnt hatte. und während ich grübelte, trat ich immer stärker in die pedale und wurde immer wütender.

denn ich stellte fest: ich habe so absolut gar kein verständnis für gewalttätige menschen, seien es [in diesem öffentlichen kontext] demonstranten oder polizisten. ich habe weder verständnis für linksextreme noch für rechtsextreme, weder für christliche fanatiker noch für muslimische fanatiker, weder für achdenkteuchselberwasaus noch für deren gegenseite. (und ich gebe zu, dass ich aufgrund persönlicher erfahrungen und meines persönlichen wertesystems für die einen doch mehr verständnis habe als für die anderen. das ist nur menschlich, und sei jedem zugestanden.)

in dem moment, wo allerdings andere menschen verletzt werden, egal wie beteiligt oder unbeteiligt diese sind, setzt in meinem gehirn ein vorgang von unverständnis ein, der das nicht fassen kann und will – und es doch muss, da es scheinbar zu unserer welt und unseren gesellschaften gehört.

demonstrieren im ursprünglichen sinne bedeutet auf etwas hinzuweisen oder etwas aufzuzeigen. daher bin ich froh, dass auch in unserem wohlstandsgesättigten land, menschen auf die straße gehen, um auf missstände aufmerksam zu machen. es ist äußerst wichtig und unumgänglich, dass diskutiert wird, dass position bezogen wird, dass radikale ansichten ausgetauscht werden, um uns als gesellschaft weiterzuentwickeln und sie zu unseren gunsten zu verändern.

die art und weise, wie allerdings dieser kampf um veränderung geführt wird, ist zutiefst abstoßend. ich kann nicht beurteilen, ob eine seite zuerst provoziert hat und wenn ja, welche. das ist meines erachtens allerdings vollkommen unerheblich, denn auf jeder seite stehen menschen – menschen, die väter, mütter, töchter oder söhne von anderen menschen sind. die familie haben wie du und ich. die überzeugt davon sind, dass sie durch ihren dienst der gesellschaft weiterhelfen.

mag es so sein, dass man unter der schwarzen maske oder unter dem helm nicht mehr klar denken kann. mag es so sein, dass man unter der vermummung durch maske oder durch helm den menschen nicht mehr sieht. mag es so ein, dass man in einen rausch verfällt, ob der eigenen allmachtsfantasien. mag es so sein. ich bezweifle, dass dieser gewaltrausch der richtige weg ist. und in diesem sinne sind die beteiligten teil eines terrors, der mir angst macht und dessentwegen ich unter keinen umständen an demonstrationen teilnehme, seien die themen noch so wichtig und richtig.

ein mann, der äußerst radikale positionen vertrat und diese gewaltfrei und dabei durchaus erfolgreich umsetzte, war mahatma gandhi.

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