nablopomo #02

„Weggabelung“ ist das heutige Stichwort des NaBloPoMo. Es passt ganz gut in die Gedankengänge, die mir seit gestern Abend im Kopf rumschwirren zu Hebammen, Frauen in der Wirtschaft und zu Vereinbarkeit.

Die @Edition F veranstaltete gestern ein Event unter dem Motto #25Frauen – 25 Frauen, die wir bis 2025 als DAX-30-CEO sehen wollen. So schön, so gut. Ich schätze die Edition F sehr, da sie einen modernen und frischen Blick auf das ganze Konglomerat von Frau und Arbeit und Vereinbarkeit wirft. Und mit dieser Aktion hat sie Frauen in den Mittelpunkt gestellt, die in dem was sie machen verdammt gut sind und als Rolemodel dienen können. Die haben das mit Karriere und Vereinbarkeit auf die für sie passende Weise hinbekommen, sonst wären sie nicht da wo sie sind. Hier werden die Damen übrigens vorgestellt.

Parallel dazu taucht in meiner Twittertimeline irgendwo auf, dass #Hebammen weiterhin die Haftpflichtbeitragserhöhungen selber schultern müssen. Dass es immer weniger freiberufliche Hebammen gibt. Dass dieser Beruf ausstirbt. Dass es mit der Würde und Selbstbestimmung der Frau im Wochenbett vorbei sein wird (oder ist?). Das macht mich ganz grauenhaft wütend, diese Ignoranz und Verachtung gegenüber diesem menschlichsten und ureigensten Erlebnis, nämlich der Geburt eines Menschen, und dass dieses Ereignis nicht in einem menschlicheren Rahmen stattfinden kann und unterstützt und gefördert werden kann.

Und seit gestern Abend lässt mich der Gedanke nicht los, was wäre wenn, diese 25 Frauen ihre wirtschaftlichen Netzwerke und ihren Einfluss nutzen würden, um das Thema Hebammen und Geburtshilfe in die Welt zu bringen und es groß werden zu lassen? Wenn eine Donata Hopfen ihre Führungsposition bei Springer so nützen würde, dass ein bild-licher Aufschrei durch die Republik geht? Wenn eine Ingrid Hengster den Einflussbereich einer KfW-Bankengruppe ausloten könnte, um Hebammen zu unterstützen? Wenn plötzlich Siemens, Bosch, Commerzbank, Lufthansa und Handelsblatt von der Politik einfordern würden, dass diese Geburten fördert?

Was wenn es von der Wirtschaft hieße, Politik, mach es unseren CEOs leicht? Diesen Frauen und ihren Kindern und Partner*innen.

Wenn diese Artikel der letzten Wochen, dass wir im geburtenärmsten Land leben, sich ändern sollen, dann hilft es nicht allein, dass Unternehmen Kitas einrichten und HomeOffice anbieten (nicht allein, aber auch!). Nein, dann muss sich etwas im Kern und Ursprung ändern: die Einstellung der Gesellschaft zu Geburt, Schwangerschaft sowie zu Kinderbekommen und zu Kinderhaben. Ein geeignetes und positives Signal hierfür und für den Standort Deutschland wäre durchaus, Hebammen einen besonderen Stellenwert einzuräumen.

Es darf und muss wieder leicht sein, sich als Frau (und deren Partner*in) zu entscheiden: „Ja, ich will Kinder! Ja, ich will Karriere!….und die Schuhe und die Tasche, bittedanke!“ Fangen wir doch bei der Geburt an.

edit:
Mir ist gerade (2 Stunden nach Schreiben des Beitrags) aufgefallen, dass ich automatisch davon ausging, dass (diese) Frauen sich für eine selbstbestimmte Geburt zu interessieren haben, schlicht aufgrund ihres Geschlechts. So wie ich sicher bin, dass Feminismus kein reines „Frauenthema“ ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches, so bin ich sicher, dass eine selbstbestimmte Geburt kein reines „Frauenthema“ ist, sondern ein Gesamtgesellschaftliches. Mir fehlt allerdings jenseits der Hausfrauen, Mütter, Hebammen oder Promis noch zusätzlich eine Wirtschaftskomponente, die dieses Thema medial und mit mehr Gewicht nach vorne bringt. Denn – und das ist eine traurige Wahrheit – die Politik richtet sich eben meist nach der Wirtschaft und dem was diese benötigt. In diesem Fall: Frauen in Führungspositionen, die haben Familien, also benötigt es Vereinbarkeit und deswegen muss man für den Nachwuchs sorgen, den die Wirtschaft ja auch braucht und…ihr seht den Rattenschwanz? Und DAS ist der Grund, weswegen ich #25Frauen und #Hebammen in meinem Kopf verknüpfe.


Dieser Artikel erscheint im Rahmen des #NaBloPoMo, den @makellosmag für den Juli ausgerufen hat. An die unverbindlichen Themenvorschläge halte ich mich sporadisch bis gar nicht. Ich äußere hier ausschließlich meine persönliche durch und durch subjektive Meinung sowie mein Kopfkino einer besseren Welt.

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