nablopomo #05

Na, das mit dem #NaBloPoMo hat ja bislang suuuuper funktioniert. Nicht. Nach  „Hitzefrei“ kam „Migräne“ , zwischendurch noch „Arbeit“ und schließlich „der Mann ist wieder für 4 Tage zu Hause“ – also das ganz normale Leben. 

Mein Leben ist ja sehr lebenswert. Ich muss das einfach mal schriftlich festhalten. Zu oft hadere ich oder vergrabe mich in depressiven Phasen und grüble vor mich hin.

Mein Leben ist lebenswert.

Ich habe einen Job, in dem ich sehr eng mit meiner Chefin zusammen arbeite und wo ich sehr geschätzt werde. Da es sich um einen Teilzeitjob handelt, habe ich nachmittags frei – bei Sonne kann ich also draußen rumwursteln, Balkon und Blumen genießen, Eis essen gehen, Rad fahren, rumliegen und lesen. Ich kann mir meine Zeit frei einteilen. Zwar bleibt das Geld etwas auf der Strecke, allerdings ist mein Partner großzügig genug, mich aufzufangen. Überhaupt ist er mein Lieblingsmensch. Er ist die zentrale Säule meines Lebens, sowohl im positiven als auch im negativen. Es kommt hinzu, dass seine und meine Freunde und Freundinnen mehr als genug Stoff für ein abwechslungsreiches Leben bieten. Irgendwie passiert irgendwo immer irgendwas und meist haben wir viel Spaß dabei. Manchmal auch nicht so, und hin und wieder ist einfach alles vollkommen absurd.

Wenn ich mir also – nach dem heutigen Motto „Mein Leben, das Buch!“ – einen Schriftsteller für mein Leben wünschen könnte, dann wäre das Jasper Fforde. Der kann selbst ein in Parallelwelten stattfindendes Alltagsleben beschreiben und ist das mal doch etwas ruhiger, kommt einfach noch eine Absurdität oben drauf. Hauptsache unterhaltsam und lebenswert.

Wenn es übrigens darum ginge, welchen Satz ich am Ende meines Lebens gerne als Beschreibung auf meinem Grabstein stehen hätte, dann wäre das dieser von dem unvergleichlichen Douglas Adams:

„I love deadlines. I love the whooshing noise they make as they go by.“

Whoooooooooosh.


Dieser Artikel erscheint im Rahmen des #NaBloPoMo, den @makellosmag für den Juli ausgerufen hat. An die unverbindlichen Themenvorschläge halte ich mich sporadisch bis gar nicht. Mach’s gut und Danke für den Fisch.

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nablopomo #03

Ich bin heute, ob der Wärme, eher unmotiviert, etwas zu schreiben. Das liegt aber nur indirekt an den hohen Temperaturen, sondern vielmehr an den daraus resultierenden Kopfschmerzen. „Geheimnisse“ ist zudem der heutige Themenvorschlag des NaBloPoMo. Dazu fallen mir erstmal nur Belanglosigkeiten ein, aber weil ich schon mit belanglosen Befindlichkeiten angefangen habe, kann ich damit nun auch weitermachen.

Das erste offene Geheimnis:
Ich bin tätowiert. Wer mich im Alltag erlebt, erwartet das scheinbar nicht unbedingt und die meisten sind mehr als überrascht, wenn sie erfahren, dass sich unter Bluse und Blazer noch eine Rückentätowierung befindet.

Das zweite offene Geheimnis:
Ich verbringe gerne ganze Tage im Bett. Mein freier Freitag gestaltet sich hin und wieder derart, dass ich sehr lange schlafe und mir dann sukzessive die benötigten Tagesutensilien heran hole. Erst den Kaffee, dann das Frühstück, irgendwann das Netbook, später noch was zu lesen und das Telefon und am Ende auch noch das Abendbrot. Das ist für mich purer Luxus und damit kann man mich echt glücklich machen.

Das dritte nicht ganz so offene Geheimnis:
Ich bin ein sehr spiritueller Mensch. Ich glaube nicht mehr an den Gott, wie ihn uns die christlichen Kirchen vermitteln. Ich glaube erst recht nicht an diese Kirchen. (Ich bin aber durchaus der Überzeugung, dass die Arbeit, die sie in Diakonie, Pflege und sozialer Fürsorge leisten unabdingbar ist, weswegen ich weiterhin Kirchensteuer zahle.) Ich glaube allerdings an ein göttliches Allganzes, das größer ist als all das, was wir uns vorstellen können oder was wir erfassen können, und dass dieses Allganze uns leitet. Ich glaube daran, dass wir hier auf Erden Erfahrungen sammeln, die darauf abzielen, unsere Liebesfähigkeit gegenüber der Menschheit und Schöpfung zu erweitern und dabei unsere innersten Ängste fallen zu lassen. Ich glaube zudem daran, dass dieses Ziel nicht in einem Leben zu erreichen ist und dass wir bis zum Erreichen dieses Ziels wiedergeboren werden. Ich glaube außerdem, dass das, was da wiedergeboren wird, unsere unsterbliche Seele ist, die uns schützt und uns zu jedem Zeitpunkt begleitet. Das ist für mich ein sehr tröstlicher Gedanke.

…Ich schätze, das reicht an Geheimnissen für heute (und bin gerade selbst erstaunt darüber, wohin dieser Eintrag geführt hat).


Dieser Artikel erscheint im Rahmen des #NaBloPoMo, den @makellosmag für den Juli ausgerufen hat. An die unverbindlichen Themenvorschläge halte ich mich sporadisch bis gar nicht. Dieser Beitrag äußert unvermutet mein Innerstes und meine persönliche Überzeugung. Ich bitte das zu respektieren.

nablopomo #02

„Weggabelung“ ist das heutige Stichwort des NaBloPoMo. Es passt ganz gut in die Gedankengänge, die mir seit gestern Abend im Kopf rumschwirren zu Hebammen, Frauen in der Wirtschaft und zu Vereinbarkeit.

Die @Edition F veranstaltete gestern ein Event unter dem Motto #25Frauen – 25 Frauen, die wir bis 2025 als DAX-30-CEO sehen wollen. So schön, so gut. Ich schätze die Edition F sehr, da sie einen modernen und frischen Blick auf das ganze Konglomerat von Frau und Arbeit und Vereinbarkeit wirft. Und mit dieser Aktion hat sie Frauen in den Mittelpunkt gestellt, die in dem was sie machen verdammt gut sind und als Rolemodel dienen können. Die haben das mit Karriere und Vereinbarkeit auf die für sie passende Weise hinbekommen, sonst wären sie nicht da wo sie sind. Hier werden die Damen übrigens vorgestellt.

Parallel dazu taucht in meiner Twittertimeline irgendwo auf, dass #Hebammen weiterhin die Haftpflichtbeitragserhöhungen selber schultern müssen. Dass es immer weniger freiberufliche Hebammen gibt. Dass dieser Beruf ausstirbt. Dass es mit der Würde und Selbstbestimmung der Frau im Wochenbett vorbei sein wird (oder ist?). Das macht mich ganz grauenhaft wütend, diese Ignoranz und Verachtung gegenüber diesem menschlichsten und ureigensten Erlebnis, nämlich der Geburt eines Menschen, und dass dieses Ereignis nicht in einem menschlicheren Rahmen stattfinden kann und unterstützt und gefördert werden kann.

Und seit gestern Abend lässt mich der Gedanke nicht los, was wäre wenn, diese 25 Frauen ihre wirtschaftlichen Netzwerke und ihren Einfluss nutzen würden, um das Thema Hebammen und Geburtshilfe in die Welt zu bringen und es groß werden zu lassen? Wenn eine Donata Hopfen ihre Führungsposition bei Springer so nützen würde, dass ein bild-licher Aufschrei durch die Republik geht? Wenn eine Ingrid Hengster den Einflussbereich einer KfW-Bankengruppe ausloten könnte, um Hebammen zu unterstützen? Wenn plötzlich Siemens, Bosch, Commerzbank, Lufthansa und Handelsblatt von der Politik einfordern würden, dass diese Geburten fördert?

Was wenn es von der Wirtschaft hieße, Politik, mach es unseren CEOs leicht? Diesen Frauen und ihren Kindern und Partner*innen.

Wenn diese Artikel der letzten Wochen, dass wir im geburtenärmsten Land leben, sich ändern sollen, dann hilft es nicht allein, dass Unternehmen Kitas einrichten und HomeOffice anbieten (nicht allein, aber auch!). Nein, dann muss sich etwas im Kern und Ursprung ändern: die Einstellung der Gesellschaft zu Geburt, Schwangerschaft sowie zu Kinderbekommen und zu Kinderhaben. Ein geeignetes und positives Signal hierfür und für den Standort Deutschland wäre durchaus, Hebammen einen besonderen Stellenwert einzuräumen.

Es darf und muss wieder leicht sein, sich als Frau (und deren Partner*in) zu entscheiden: „Ja, ich will Kinder! Ja, ich will Karriere!….und die Schuhe und die Tasche, bittedanke!“ Fangen wir doch bei der Geburt an.

edit:
Mir ist gerade (2 Stunden nach Schreiben des Beitrags) aufgefallen, dass ich automatisch davon ausging, dass (diese) Frauen sich für eine selbstbestimmte Geburt zu interessieren haben, schlicht aufgrund ihres Geschlechts. So wie ich sicher bin, dass Feminismus kein reines „Frauenthema“ ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches, so bin ich sicher, dass eine selbstbestimmte Geburt kein reines „Frauenthema“ ist, sondern ein Gesamtgesellschaftliches. Mir fehlt allerdings jenseits der Hausfrauen, Mütter, Hebammen oder Promis noch zusätzlich eine Wirtschaftskomponente, die dieses Thema medial und mit mehr Gewicht nach vorne bringt. Denn – und das ist eine traurige Wahrheit – die Politik richtet sich eben meist nach der Wirtschaft und dem was diese benötigt. In diesem Fall: Frauen in Führungspositionen, die haben Familien, also benötigt es Vereinbarkeit und deswegen muss man für den Nachwuchs sorgen, den die Wirtschaft ja auch braucht und…ihr seht den Rattenschwanz? Und DAS ist der Grund, weswegen ich #25Frauen und #Hebammen in meinem Kopf verknüpfe.


Dieser Artikel erscheint im Rahmen des #NaBloPoMo, den @makellosmag für den Juli ausgerufen hat. An die unverbindlichen Themenvorschläge halte ich mich sporadisch bis gar nicht. Ich äußere hier ausschließlich meine persönliche durch und durch subjektive Meinung sowie mein Kopfkino einer besseren Welt.

nablopomo #01

„Hallo.“

„Äh…guten Morgen?!“

Ich bin irritiert. Neben mir liegt jemand. In meinem Bett. Ein fremder Mann. Was habe ich gestern schon wieder angestellt? Na, erstmal Kaffee machen. Ein verstohlener Blick zur Seite. Sieht jetzt nicht so schlecht aus, hab ich mir also nicht schön getrunken. Aha, die obligatorischen blauen Augen. Als ob nichts anderes wichtiger wäre, Kind. Ähm, nein? Kaffeewasser kocht, Toilette, Zähne, flüchtig durch die Haare fahren. Schön ist anders. Der Typ beschäftigt sich mit seinem Smartphone. Und nun? Eigentlich will ich mit dem Kaffee wieder ins Bett. Am besten alleine. Ich muss den Abend rekapitulieren.

„Willst du auch ’ne Tasse Kaffee?“

„Nää. Kaffee ist nicht so meins. Hast du Kaba?“

Okay Junge, du hast hier nichts verloren. Kaba ist für kleine Kinder und für Berufsjugendliche, die zum einschlafen die „Drei ???“ hören. Kaba ist für Dorfeltern, denen Kaffee zu stark und Tee zu gesund ist. Kaba ist für zuckerabhängige Gören, die ständig im Kreis rennen und irgendwas Unverständliches brüllen. Kaba ist bäh. Was hab ich mir nur wieder dabei gedacht? Blaue Augen versprechen viel und halten wenig. Aber Kaba??! Das hab ich nun echt nicht verdient. Mit der Tasse Kaffee in der Hand schaue ich ihn an.

„Nein. Habe ich nicht. Du solltest jetzt gehen….ganz schnell.“


Dieser Artikel erscheint im Rahmen des #NaBloPoMo, den @makellosmag für den Juli ausgerufen hat. An die unverbindlichen Themenvorschläge halte ich mich vermutlich sporadisch bis gar nicht. Selbstverständlich ist alles frei erfunden und keine Kaba-trinkenden Männer wurden verletzt.